Flächentarifvertrag für die Fischwirtschaft Bremerhaven und Cuxhaven vor dem Aus?

Arbeitgeberverbände blockieren Fisch-Tarifabschluss

Bremen, 01.06.2012

 

Die Verhandlungen für die rund 1.500 Beschäftigten in der Fischwirtschaft in Bremerhaven und Cuxhaven endeten mit einer Tarifeinigung unter Vorbehalt. Die vorläufige Einigung umfasst eine Vorweganhebung für die unterste Lohngruppe um 19 Cent je Stunde, eine allgemeine Erhöhung um 3,25 % und eine Zulage von 100 Euro für Beschäftigte in Fischmehlfabriken bei einer Laufzeit von 13 Monaten.


Zu einer endgültigen Einigung kam es jedoch nicht, weil die Gewerkschaft NGG und der Allgemeine Arbeitgeberverband Bremerhaven sowie der Unternehmensverband Cuxhaven sich nicht auf eine Ausnahmeregelung für Kleinbetriebe einigen konnten. Die Arbeitgeberverbände bestanden darauf, dass Betriebe bis 50 Beschäftigten diesen Tarifabschluss erst fünf Monate verspätet zur Anwendung bringen dürfen. NGG will nur Ausnahmen für Betriebe in wirtschaftlichen Notlagen zulassen.


Christian Wechselbaum, Verhandlungsführer der NGG „Das Verhalten der beiden Arbeitgeberverbände ist unverantwortlich. Ohne Not wird der Fortbestand des Flächentarifvertrages in Frage gestellt. Ein Flächentarifvertrag lebt doch davon, dass alle Betriebe den gleichen Abschluss übernehmen, unabhängig von der Betriebsgröße. Eine Regelung für zeitlich befristete Ausnahmen in Notfällen ist unter Umständen denkbar. Aber für einen unterschiedlichen Abschluss je nach Mitarbeiterzahl sehen wir keine Argumente. Wir werden in den nächsten Tagen noch einmal versuchen zu einer Lösung zu kommen.“

 

Positiv bewertet die NGG in diesem Zusammenhang, dass die Betriebe „Frozen Fish International“ in Bremerhaven und „Vereinigte Fischmehlwerke Cuxhaven“ zusicherten das
Verhandlungsergebnis alternativ auch außerhalb des Flächentarifvertrages zu regeln.

 

„Mit dieser Einigung sind Arbeitnehmer und Arbeitgeber an die Grenzen des Machbaren gelangt. Insbesondere für über 200 Beschäftigte in der untersten Tarifgruppe würde die Einigung eine deutliche Verbesserung ihres Einkommens bedeuten. Wir begrüßen es daher sehr, dass die jeweils größten Betriebe aus Bremerhaven und Cuxhaven, das Verhandlungsergebnis notfalls auch außerhalb der Fläche mit uns umsetzen wollen“, erklärte Christian Wechselbaum weiter.

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