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~ Dumpinglöhne in der ÖVB-Arena

ÖVB-Arena: Firma trickste bei Stundenlöhnen für Bewirtungskräfte

Dumpinglohn für Gastronomie-Aushilfen

 

Bremen. Sieben Euro pro Stunde inklusive einer Pauschale für Urlaubs- und Krankheitsfälle – zu diesen Konditionen hat ein junger Mann für die Arena Catering GmbH gearbeitet. Als Thekenkraft in der ÖVB-Arena, die zu hundert Prozent in städtischem Besitz ist. Dennoch gibt es für die Politik, die für die bremischen Betriebe einen Mindestlohn von 8,50 Euro festgesetzt hat, kaum Möglichkeiten, zu handeln.

 

Das Inserat kam für Sebastian Weckner* wie gerufen: Gesucht wurde Thekenpersonal für mehrere Großveranstaltungen in der ÖVB-Arena. Da der Student Ausschau nach einer flexiblen Beschäftigung hielt, passte die Stellenausschreibung der Arena Catering GmbH perfekt. Der junge Mann meldete sich Ende 2013 bei der Firma – und bekam nach eigenen Angaben prompt eine Zusage für eine Anstellung als geringfügig Beschäftigter, also als sogenannter Mini-Jobber.

 

Man habe damals einen anfänglichen Stundenlohn von 6,50 Euro brutto vereinbart, erzählt Weckner. Nach 20 Arbeitsstunden sollte dieser auf sieben Euro ansteigen. Als er den Arbeitsvertrag, der dieser Zeitung vorliegt, später dann noch einmal genau durchlas, sei ihm aber einiges merkwürdig vorgekommen, sagt Weckner.

 

Vor allem der Passus, in dem es heißt, dass im Stundenlohn bereits 0,50 Euro brutto pro Stunde pauschal für die Lohnfortzahlung bei Krankheit berücksichtigt und noch einmal 0,50 Euro brutto pro Stunde als Pauschale für den Urlaub vorgesehen werden.

 

Dabei ist arbeitsrechtlich klar geregelt, was im Krankheits- und Urlaubsfall passiert: Grundsätzlich haben Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch, dass ihnen ihr Lohn bei Krankheit oder Urlaub weitergezahlt wird – egal ob sie in Vollzeit, in Teilzeit oder wie Sebastian Weckner als Mini-Jobber beschäftigt sind.

 

Knackpunkt ist, dass die Arena Catering GmbH als Dienstleister unter anderem für die Bewirtung in der ÖVB-Arena zuständig ist. Sebastian Weckner hat als Thekenkraft nach eigenen Angaben ausschließlich bei Veranstaltungen in der ehemaligen Stadthalle gearbeitet. Die Arena wiederum ist zu hundert Prozent in städtischem Besitz und ein Geschäftsbereich der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB).

 

Dennoch hat die WFB keine Handhabe, gegen die Verträge von Arena Catering vorzugehen oder auf die Höhe der Löhne Einfluss zu nehmen. Denn der Dienstleistungsvertrag über die Bewirtung in der ÖVB-Arena wurde nicht zwischen der Arena Catering GmbH und der WFB abgeschlossen, sondern zwischen Arena Catering und AB Inbev. Im Zuge des Stadthallen-Umbaus hatte die Wirtschaftsförderung die Gastronomierechte an den Bierbrauer abgetreten. Nach Angaben von Christine Glander, Pressesprecherin im WFB-Geschäftsbereich Messe Bremen & ÖVB-Arena, besteht der Vertrag zwischen AB Inbev und Arena Catering seit 2006 und hat noch eine Laufzeit bis 2016.

 

Da das Unternehmen seine Dienstleistungen nicht in direktem Auftrag der Stadt erbringt, muss es sich auch nicht an den im Herbst 2012 eingeführten Landesmindestlohn von 8,50 Euro halten. Nichtsdestotrotz hat es laut Christine Glander in der Vergangenheit Gespräche zwischen WFB und dem Caterer über das Thema gegeben. Bereits im Januar 2013 wurde im Vorfeld des Sechs-Tage-Rennens öffentlich, welche Löhne Arena Catering einem Teil seiner Mitarbeiter zahlt. „Und wir werden den jüngsten Fall sicherlich zum Anlass nehmen, noch einmal mit dem Unternehmen zu sprechen“, sagt Glander.

 

Aus Sicht des SPD-Deputierten Wolfgang Jägers muss sich auch das Wirtschaftsressort mit dem Fall beschäftigen. Er will daher demnächst eine Anfrage stellen, bei der auch die Lohnhöhe Thema sein soll. „Das Thema faire Bezahlung ist dem Senator äußerst wichtig“, sagt Holger Bruns, Sprecher des Wirtschaftsressorts. „Es gibt immer Möglichkeiten, nachzuverhandeln.“ Gerade wenn ein Unternehmen an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert sei.

 

Bei Arena Catering hat man nach eigenen Angaben die Arbeitsverträge bereits zum Jahreswechsel geändert. „Unerfahrene Kräfte bekommen nun einen Stundenlohn von 7,50 Euro“, sagt Geschäftsführer Pierre Tagher. Mitarbeiter, die hingegen schon Erfahrung in der Gastronomie mitbrächten, könnten bis zu zwölf Euro verdienen. Das wird laut Tagher individuell in den Gesprächen ausgehandelt. Zudem rechnet der Arena-Catering-Chef damit, dass er spätestens ab der Vertragsverlängerung mit AB Inbev in zwei Jahren den Landesmindestlohn zahlen wird. „Das ist ja auch in Ordnung“, sagt Tagher. Allerdings müsste das Unternehmen dann die Preise für Getränke und Speisen anheben.

 

Der Passus mit den Pauschalen für Urlaub und Krankheit ist nach Angaben des Geschäftsführers inzwischen aus den Arbeitsverträgen gestrichen. „Wir haben nicht wissentlich falsch gehandelt“, beteuert Pierre Tagher, „und wir sind lernfähig.“ Daher würde in den Arbeitsverträgen nun stattdessen auf den aktuellen Entgelttarifvertrag verwiesen. „Wenn jemand eine Krankmeldung einreicht, dann wird er natürlich weiterbezahlt“, sagt Tagher. Das sei aber auch früher schon so gewesen.

 

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat nach eigenen Angaben immer wieder mit Arbeitgebern zu tun, die ihren geringfügig Beschäftigten bei Urlaub oder Krankheit keinen Lohn zahlen. „Es wird oft schamlos ausgenutzt, dass viele Beschäftigte es eben auch nicht besser wissen“, sagt der Bremer NGG-Geschäftsführer Dieter Nickel.

 

Dass Arena Catering es nicht besser gewusst habe, mag Nickel nicht glauben: „Ein Unternehmen in dieser Größe sollte fit sein, was die Spielregeln angeht.“ Es sei das eine, wenn ein Arbeitgeber seine Angestellten im Fall von Krankheit und Urlaub nicht weiterbezahlt, sagt Nickel. „Aber das auch noch im Arbeitsvertrag festzuhalten – das ist eine Dreistigkeit, die ich noch nie erlebt habe.“

 

Eine weitere Besonderheit im Fall von Sebastian Weckner: Er hätte als Gewerkschaftsmitglied Anspruch auf Tariflohn gehabt. Denn Arena Catering ist Mitglied im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Dessen Bremer Landesverband hat im vergangenen Jahr einen bis heute gültigen Entgelttarifvertrag mit der NGG abgeschlossen. Nach diesem hätte Sebastian Weckner in einer Vollzeitstelle als „Zapfer ohne Kassierung“ im ersten Betriebsjahr 1415,00 Euro brutto verdienen müssen.

 

Das entspricht einem Stundenlohn von 8,37 Euro. Davon war Weckner mit seinen sieben Euro jedoch weit entfernt. „Hätte er uns gesagt, dass er Gewerkschaftsmitglied ist, dann hätte er natürlich den entsprechenden Lohn bekommen“, sagt Arena-Catering-Geschäftsführer Pierre Tagher. Seines Wissens nach dürfen Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch nicht nach der Gewerkschaftszugehörigkeit fragen.

 

Für alle Nicht-Gewerkschaftsmitglieder gilt der Entgelttarifvertrag nicht zwangsläufig. „Wir haben Vertragsfreiheit in Deutschland“, sagt der Bremer Dehoga-Hauptgeschäftsführer Thomas Schlüter. „Wenn eines unserer Mitglieder seinen eigenen Vertrag machen will, dann ist es sein gutes Recht.“ *Name von der Redaktion geändert

 

Quelle: Weser Kurier vom 20.2.2014, Autorin: Maren Beneke

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