Forderung nach Übernahme der Auszubildenden bei der Brauerei Beck & Co.

Interview mit Fabian Aper

Fabian Aper ist Vertreter der jungenNGG in der Tarifkommission (Foto: NGG)

 

Fabian, du bist von den Auszubildenden als Jugendvertreter in die Tarifkommission der Brauerei Beck & Co. gewählt worden.

Was sind eure Forderungen in den aktuellen Tarifverhandlungen?

Wir fordern die Übernahme aller Auszubildenen, die im Jahr 2010 ihre Ausbildung beenden, für mindestens 12 Monate. Nur so können Sie die Berufserfahrung sammeln, die heute in fast jeder Stellenausschreibung verlangt wird. Außerdem sind wir der Auffassung, dass der eigene Nachwuchs das höchste Gut eines jeden Unternehmens ist.
Gibt es dazu schon ein Angebot des Arbeitgebers?
In der zweiten Verhandlungsrunde gab es ein Angebot des Arbeitgebers, dass die Übernahme der Auszubildenen für 3 Monate beinhaltet. Aber nur wenn diese Auszubildenen mindestens die Note 3 im Abschlusszeugnis erreichen.
Wie habt ihr das Angebot aufgenommen und wie geht es jetzt weiter?
Dieses Angebot ist für uns völlig unzureichend. Die Übernahme für 3 Monate ist ein Witz und auch das die Übernahme an die Mindestnote 3 gekoppelt werden soll ist nicht akzeptabel. Die Auszubildenen haben in der Prüfungsvorbereitung ohnehin schon genug Druck und wenn von der Note dann noch der Verbleib im Unternehmen abhängt, führt dies mit Sicherheit nicht zu besseren Prüfungsergebnissen.
Wir bleiben bei unserer Forderung und hoffen, dass der Arbeitgeber sich deutlich bewegt in der dritten Verhandlungsrunde.
Am 16. November gehen die Verhandlungen weiter. Wie schätzt du die Unterstützung in der Tarifkommission und der Belegschaft für eure Forderungen ein?
Die Unterstützung der Tarifkommission für unsere Forderung könnte besser nicht sein. Die Übernahme der Auszubildenen steht absolut auf Augenhöhe mit der Forderung nach einer Entgelterhöhung.
Auch in der Belegschaft stoßen wir auf eine riesen Zustimmung. Von allen Seiten hören wir wie wichtig junge und dynamische Leute für unser Unternehmen sind.
 
Statements aus der Belegschaft zum Thema Übernahme:
 „Wir brauchen ja junge Fachkräfte und Nachwuchs. Die Jungs die im eigenen Unternehmen gelernt haben sind doch die besten die man kriegen kann“ (Anonym, Abfüllung)
„Früher war es selbstverständlich, dass unsere Azubis für ein halbes Jahr übernommen wurden. Da stirbt nun schon wieder eine Tradition in unserem Unternehmen.“ (Andre Schmidt, Abfüllung)
„Es ist traurig die Leute Auszubilden und dann nicht weiter zu beschäftigen.“ (Dennis Drobnik, Abfüllung
„Die jungen Leute haben sich 3 Jahre voll für unser Unternehmen eingesetzt und bekommen jetzt die Kalte Schulter gezeigt? Man spürt hier kein Stück mehr von sozialer Verantwortung.“ (Anonym, Instandhaltung)
„Einerseits suchen sie nach qualifizierten Fachkräften, haben aber perfekt ausgebildete Lehrlinge die man ziehen lässt. Da passt doch was nicht mehr zusammen.“ (Thorsten Hoppe, Abfüllung)
„Zu einem großen Unternehmen gehört es sich doch das man sie Lehrlinge nach der Ausbildung übernimmt, da sie das Unternehmen ja schon kennen.“ (Anonym, Abfüllung)
„Das ist eine Sauerei, dass den jungen Menschen nicht die Chance gegeben wird Berufserfahrung zu sammeln.“ (Jürgen Schroller, Abfüllung)

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