buten un binnen: Bremerhaven gegen Rechts

buten un binnen vom 11.2.2011

Bremerhaven

Kein Platz für die NPD in Surheide

Surheide, 12.2.2011

 

Eine proppenvolle Kirche. Der Traum aller Pastoren. Auch Hausherrin Christa Nagel freute sich, dass am Donnerstag viele der Einladung ins Gotteshaus gefolgt sind. Der Grund war allerdings weniger erfreulich: die NPD. Erfreulicher war dafür, dass sich mehr als 300 Bremerhavener informieren wollten: „Wir wollen nicht schweigen, wenn in unserem Stadtteil Unrecht passiert“, sagte Pastorin Nagel.

 

Sie hatte zusammen mit dem Stadtteilkonferenzsprecher Horst Cordes und SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Wolfgang Jägers zu der Veranstaltung eingeladen. Das Gemeindezentrum, das eigentlich als Versammlungsraum gedacht war, platzte schnell aus allen Nähten – die Veranstaltung zog in die Kirche um. Die hatte die Pastorin vorsichtshalber ab Mittag geheizt.


Großer Redebedarf
Die NORDSEE-ZEITUNG hatte darüber berichtet, dass die NPD im Januar das Büro der DVU übernommen hatte. Danach herrschte großer Redebedarf im Stadtteil. Das hatte das einladende Trio bemerkt, weil es auf einem Nachbarschaftsfest mehrfach angesprochen worden war. Die Initiatoren luden daraufhin zur Versammlung ein. Auf ihrer „Gästeliste“ standen auch zwei Journalisten, die in der rechten Szene recherchieren. Zu ihrem Schutz wollen sie nicht namentlich genannt werden.

 

Die beiden Journalisten informierten über die Organisation der rechten Szene und über die Protagonisten im Land Bremen. Im November hatte die NPD auf einem Parteitag in Thüringen ihre Wahlkampfstrategie klar formuliert: Einzug in Fraktionsstärke in die Bürgerschaft. Damit wäre die NPD nach 1968 wieder in einem Landtag vertreten.

 

Während der Ex-DVU-Mann Siegfried Tittmann eher müde belächelt wurde, zählt NPD-Mann Jens Pühse zum gut geschulten Kader. „Jens Pühse ist das Gegenteil von Tittmann“, warnten die Journalisten. Pühse steht in Bremerhaven auf dem Listenplatz 1, Matthias Faust ist in Bremen gesetzt. Während Pühse mit der sogenannten Schulhof-CD bundesweit auf sich aufmerksam gemacht hat, war Faust maßgeblich an der Fusion von DVU und NPD beteiligt.

 

Die NPD hat im Land Bremen rund 60 Mitglieder, davon viele „Karteileichen“. Die Rechtsextremen haben es vor allem auf Jungwähler abgesehen. Ein Besucher machte sich gerade darüber Sorgen. Eine Lehrerin versuchte zu beruhigen. Sie und ihre Kollegen hätten klare Anweisungen, auch die Polizei zu rufen, wenn die NPD in die Nähe der Schulhöfe auftaucht. Ein weiterer Teilnehmer äußerte einen anderen Wunsch: „Wir wählen nicht nur in Surheide, sondern in Bremerhaven. Erzählt allen, was heute hier gewesen ist.“ Außerdem will er, dass auch andere Stadtteilkonferenzen angesprochen werden, damit sie solche Veranstaltungen zu organisieren. „Sie sollen alle sensibilisieren, dass Rattenfänger unterwegs sind.“
 

Dokumentiert aus der Nordseezeitung vom 12.2.2011, Autorin: Lili Maffiotte

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