Fischwirtschaft

Neue Fangquoten zum Schutz bedrohter Fischarten

Brüssel, 14.12.2010

 

Gut 80 Prozent der weltweiten Fischbestände sind laut WWF durch Überfischung bedroht. Nun sollen neue Fangquoten der EU bedrohte Bestände besser schützen. Umweltverbände empfehlen Verzehr von Fischen mit Öko-Siegel.

 

Fisch zu Weihnachten ist lecker – und aus ökologischer Sicht unbedenklich, wenn Verbraucher verantwortlich einkaufen. Das ist nötig, wie die Umweltschutz-Organisation WWF betont: „Die langjährige Übernutzung der einst so fischreichen Meere hat dazu geführt, dass mittlerweile achtzig Prozent der Fischbestände weltweit von Überfischung bedroht sind.“

 

Diesem Problem widmet sich auch die Europäische Union. Regelmäßig einigen sich die EU-Agrarminister auf Fangquoten, um gefährdete Fischbestände zu schonen. In der Nordsee dürfen nach der jüngsten Quotierung europäische Fischer nächstes Jahr beispielsweise 22 000 Tonnen Kabeljau aus dem Meer holen – 20 Prozent weniger als dieses Jahr. Bei Seelachs beschränkt die EU die Fangmenge in der Nordsee auf exakt 43 843 Tonnen – das sind 13 Prozent weniger als 2010. Bei Hering dagegen erhöhte die EU die Fangmenge in der Nordsee für nächstes Jahr um 21 Prozent auf 142 000 Tonnen.

 

16 Kilogramm Fisch je Bundesbürger
Verbraucher können Fischbestände ebenfalls schonen. Schließlich isst jeder der knapp 82 Millionen Bundesbürger jährlich im Schnitt etwa 16 Kilogramm Fisch.

 

Die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und WWF raten, auf das Bio-Siegel für Zuchtfisch und das MSC-Siegel für Wildfisch zu achten. Bei letzterem steht in weißer Schrift auf blauem Grund „Marine Stewardship Council“. Das Siegel „Global G.A.P.“ kennzeichnet Fisch aus kontrollierter ökologischer Aufzucht. „Friend of the Sea“ (FOTS) kennzeichnet sowohl Fisch aus Öko-Aquakulturen als auch aus nachhaltige Wildfischereien.

 

Komplett unbedenklich ist der Fischgenuss aber auch mit diesen Zertifizierungen nicht. Verbraucher könnten bei „keinem der Siegel bedenkenlos auf nachhaltige Produkte vertrauen“, betonen die Greenpeace-Experten.

 

Hering ist eine gute Wahl
Bei Fisch-Arten ist zudem wichtig, wo sie aus dem Meer geholt werden. Hering aus der Nordsee gilt zum Beispiel nicht nur zu Weihnachten als gute Wahl. „Der Heringsbestand in der Norwegischen See und der nördlichen Nordsee ist in gutem Zustand und wird nachhaltig befischt“, betonen die WWF-Experten. Zweite Wahl für Verbraucher sollte dagegen Hering aus der Ostsee oder dem Nordost-Atlantik sein, da dort sehr viel gefangen werde. Auch Karpfen aus Europa sowie Scholle aus der Nordsee können ohne Sorge in die Pfanne.

 

Die Umweltschützer raten Fisch-Liebhabern dagegen davon ab, Billig-Shrimps, Seeteufel, Aal und Hummer zu kaufen. Auch Pangasius aus Vietnam oder Thailand sowie Sardinen aus dem Mittelmeer sollten nicht auf die Teller, ebenso wenig Zander aus Ost-Europa oder Russland.

 

Häufig sind die Fangmethoden das Problem. Beim Fang des eigentlich nicht bedrohten Grundfisches Scholle in der Nordsee gehen beispielsweise auch viele Dorsche ins Netz. Diese werden dabei sinnlos getötet und als sogenannter Beifang über Bord geworfen. Neuartige, mit einem Notausgang versehene Netze da­ge­gen fangen weiterhin die Schollen ein, lassen dem Dorsch aber einen Ausweg nach oben.
 

 

Quelle: derwesten.de, 14.12.2010, Autorin: Sabine Brendel

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