Niedriglohn-Studie
Laut einer aktuellen Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg Essen ist die Zahl der Niedriglohnbeschäftigten zwischen 1998 und 2008 um fast 2,3 Millionen gestiegen. Gut jede/r Fünfte habe 2008 für einen Stundenlohn unterhalb der Niedriglohnschwelle arbeiten müssen.
Immer mehr gering Verdienende müssen mit weniger als der Hälfte des Medianlohns* auskommen. In vielen anderen Ländern werde dies durch gesetzliche Mindestlöhne unterbunden.
Aus Sicht der Wissenschaftler können weder die Sittenwidrigkeitsgrenze noch die branchenbezogenen Mindestlöhne das Ausfransen der Löhne nach unten wirksam begrenzen. Ihr Fazit: „Ein gesetzlicher Mindestlohn ist auch in Deutschland unverzichtbar“. In anderen europäischen Ländern liege dieser zwischen 5,93 und 9,18 Euro pro Stunde.
Im Gastgewerbe arbeiten 7,9 Prozent aller Niedriglohnbeschäftigten. Von allen Beschäftigten im Gastgewerbe erhalten 60,5 Prozent Niedriglöhne. Das Gastgewerbe ist damit unter den Branchen mit dem größten Anteil am Niedriglohnsektor die mit dem höchsten Niedriglohnanteil innerhalb der Branche (gefolgt vom Einzelhandel mit 34 Prozent und Ernährungsgewerbe mit 33,3 Prozent).
*Der Medianlohn ist der Lohn, den genau die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten mindestens verdient.
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