Diskussion um unbesetzte Ausbildungsplätze

Zahlen der IHK von Hunderten freien Ausbildungsplätzen sind eine Luftbuchung

In den ersten beiden Juliwochen hat die DGB- Jugend das angeblich so üppige Angebot der freien Ausbildungsplätze überprüft. Dafür wurden die als frei gemeldeten Stellen der niedersächsischen und bremischen Industrie- und Handelskammern anhand einer Stichprobenanalyse ausgewertet.

 

Adrian Klock, beim DGB Bezirk zuständig für Berufliche Bildung, zeigte sich anschließend verwundert: "Erstens frage ich mich, wo die laut IHK Ende Juni in der HAZ verkündeten 1700 freien Ausbildungsplätze in Hannover und Umgebung waren, als wir die Erhebung durchführten. Zweitens sind viele der ausgeschriebenen Stellen erst für das nächste und nicht für das nun beginnende Ausbildungsjahr verfügbar. Drittens bieten die Industrie- und Handelskammern auf ihren Internetseiten Ausbildungsplätze an, von denen bereits viele vergeben sind."

 

So wurden mit Stand der Kalenderwochen 27 und 28 (4.7.- 15.7.) bei den Industrie- und Handelskammern Hannover, Oldenburg, Braunschweig und Bremen 1195 Ausbildungsplätze angeboten. Bei der Internetrecherche zeigte sich, dass davon nur 804 in diesem Jahr zu besetzen sind. Bei 350 dieser Angebote haben DGB-Mitarbeiter persönlich angerufen und im Betrieb nach dem Ausbildungsplatz gefragt. Dabei stellte sich heraus, dass deutlich mehr als die Hälfte der Ausbildungsplätze bereits vergeben war.

 

Der DGB- Bezirksvorsitzende Hartmut Tölle bezeichnete das Ergebnis als Skandal: "Das Prinzip Tarnen und Täuschen hilft sicherlich den IHK ihre Ausbildungsplatzbilanz aufzupolieren und ihr Wehklagen nach angeblich massenhaft nicht zu besetzenden Ausbildungsplätzen zu untermauern. Dieser erschreckende Befund hilft den Jugendlichen auf Ausbildungsplatzsuche aber kein Stück weiter. Vielmehr frustriert es diejenigen, die sich vergeblich um einen der angeblich freien Ausbildungsplätze bewerben."

 

Tölle forderte die Industrie- und Handelskammern auf, ihre ideologischen Nebelkerzen einzupacken und ihre tatsächlich freien Ausbildungsplätze an die Regionaldirektionen der Bundesagentur für Arbeit zu melden. "Dort werden die Plätze professionell vermittelt. Außerdem würde es eine größere Übersichtlichkeit geben, wenn alle Anbieter ihre freien Plätze an die BA weitergäben."

 

Tölle betont die Bedeutung der Berufsausbildung als ein wesentliches Fundament der wirtschaftlichen Entwicklung. "Im Ausbildungsbereich muss mehr getan werden. Diejenigen, die über Fach- und Nachwuchskräftemangel klagen, sollen nicht mit geschönten Zahlen hantieren, sondern handeln!"

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